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Alumniprofile der LMU
Weiterbildung Theater- und Musikmanagement, München

Der verfeinerte Blick: die jungen Regisseurinnen Goethe Institut

Kristina Wuss Biographie

Die in Potsdam aufgewachsene Regisseurin Kristina Wuss absolvierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin das Konzertexamen Klavier in der Klasse von Prof. Annerose Schmidt sowie die Studiengänge Regie und Medienregie. Während ihrer solistischen und kammermusikalischen Tätigkeit widmete sie sich verstärkt der Aufführung zeitgenössischer sowie selten aufgeführter Klavierliteratur des 19. Jahrhunderts. Die Regie-Meisterklassen und Praktika bei Prof. August Everding, Ruth Berghaus, Prof. Götz Friedrich gaben ihr wichtige Impulse.

Über ihre Regiearbeit berichten die Tendenzen des Musikportals des Goethe-Instituts München „Der verfeinerte Blick. die jungen Regisseurinnen“.
Von der deutschen Fachpresse im Bereich Oper wurden die Entdeckungen selten gespielter Werke in ihrer Regie besonders gewürdigt – so zum Beispiel „Strandräuber“ von Ethel Smyth am Stadttheater Gießen mit Mehrfachnominierungen im Jahrbuch „Opernwelt“ 2007.
Kristina Wuss ist Absolventin der Akademie Musiktheater Heute der Deutsche Bank Stiftung in der Sparte Management und des ersten Jahrgangs „Theater- und Musikmanagement“ der Ludwig-Maximilians-Universität München 2008 in Kooperation mit der Bayerischen Theaterakademie und dem Deutschen Bühnenverein.

Kristina Wuss begann bereits während ihrer Studienzeit zu inszenieren: 1994 debütierte sie als Regisseurin des Musiktheaters mit „Apollo und Daphne“ von Händel sowie mit „Verklärte Nacht“ von Schönberg (Tanz) in Berlin, in der Schauspielregie am Neuen Theater Riga mit Georg Büchners „Woyzeck“. In Berlin inszenierte sie in den folgenden Jahren viele Spielopern und Tanztheaterstücke. Sie gehört zu den ersten Förderpreisträgern des Internationalen Regiewettbewerbs des Wagner Forums Graz („Rheingold“).

Der breite Umfang ihrer Arbeiten in Lettland reichte wiederum von Werken der Alten Musik („Orpheus“ von Monteverdi/Orff mit Bühnendebüts von Elīna Garanča und Inga Kalna, „Rinaldo“) über die klassischen Moderne („Herzog Blaubarts Burg“) bis zu Stückentwicklungen für das Goethe-Institut („Lenz-Monolog“, „Winterreise“).

Ihre Inszenierungen an der Lettischen Nationaloper Riga gastierten am Bolschoi Theater Moskau, beim Hong Kong Arts Festival, in Spanien, Israel, Estland, in Polen. Kristina Wuss wurde mit dem Großen Musikpreis („Alcina“) und dem Großen Theaterpreis Lettlands („Don Giovanni“) ausgezeichnet.

Seit fünf Jahren inszeniert sie verstärkt an deutschen Mehrspartenhäusern, doch führen ihre Regiewege auch immer wieder über Landesgrenzen hinaus: 2010 war sie für die koreanische Erstaufführung von „Lulu“ an der Korea National Opera in Seoul zuständig. 2012 erarbeitete sie mit „Rusalka“ die Eröffnungsinszenierung des 19. Internationalen Festivals der Opera Nova Bydgoszcz.

Mit der Stadt Paris setzte sie sich in ihren Inszenierungen vielfach auseinander – in Giselher Klebes „Die tödlichen Wünsche“ nach Balzacs Roman „La peau de chagrin“, in Francesco Cileas „Adriana Lecouvreur“, zuletzt 2011 in Verdis „La Traviata“. Nicht nur in diesen Paris - Arbeiten schöpft sie ihre Ideen oft aus der Filmgeschichte, fühlt sich dem poetischen Realismus verpflichtet.

Sie entwickelt Stücke zu dokumentarischen Themen und Filme für besondere Orte sowie - mitunter in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland - auch Inszenierungen zu bestimmten kulturpolitischen Anlässen im In- und Ausland wie den szenischen Abschied der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Konzerthaus Berlin.
Momentan bilden Frauenschicksale – u.a. mit „Carmen“, „Salome“, „Rusalka“ einen Schwerpunkt ihrer Inszenierungstätigkeit in der Oper. Im Bereich der szenischen Collage zur deutschen Geschichte hat Kristina Wuss 2013 eine Trilogie über München abgeschlossen. Auch in den Operninszenierungen "Pique Dame Schwabing", "Die Zauberflöte", "Dido und Aeneas", "Puccini trifft Geierwally" gab es Bezugnahmen auf München und Umgebung. Massenets "Don Quichotte" momentan im ältesten Stadttheater der Welt, in Freiberg zu sehen, thematisiert den Umgang mit Zeitebenen und nimmt ebenfalls Bezug auf den Ort.

Oktober 2015

Rusalka an der Opera Nova 2012